Bericht im Reichenhaller Tagblatt am 28.12.2006

Lustig ging es her in der Marzoller Sporthalle, als bei der Christbaumversteigerung eine Hausbank an den Mann gebracht werden sollte (Bild links) und der Einakter „Die Heiratsanzeige“ aufgeführt wurde. Das rechte Bild zeigt eine Szene daraus mit dem heiratslustigen Witwer (Schorsch Nitzinger) und seiner Tochter (Monika Aigner), die sich mit derselben Absicht trägt.
Marzoll - Mit einem lustigen Einakter wurde am Stefanitag die gemeinsame Christbaumversteigerung des Trachtenvereins sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Marzoll in der Sporthalle eröffnet. Zuvor begrüßte aber nach einer stimmungsvollem Einleitung durch die Marzoller Tanzlmusi der 1. Vorsitzende der KSK, Mathias Posch, die zahlreich erschienenen Gäste, unter ihnen besonders den 2. Bürgermeister der Stadt Bad Reichenhall, Karl Dörfler, und Pfarrer Helmut Bauer.Matthias Schwabl von der Reichenhaller Volksbühne stellte das Stück „Die Heiratsanzeige“aus der Feder von Wiggerl Schneider kurz vor, und dann nahm das lustige Geschehen seinen Lauf. Die Lachmuskeln wurden dabei ordentlich strapaziert. Zum Geschehen: Der verwitwete Bauer (Georg Nitzinger) will sich wieder verehelichen und gibt dazu eine Heiratsanzeige auf. Das bemerkt seine Tochter (Monika Aigner) und nutzt die Gelegenheit, um den Vater gleich zur Einwilligung in ihre Hochzeit mit dem örtlichen „Bader-waschl“ (Ludwig Häuslaigner jun. ) zu überreden. Das misslingt allerdings gründlich, und auch der junge Möchtegern-Hochzeiter richtet nichts aus beim Bauern, der vom Bader ohnehin nicht viel hält ob dessen mangelhafter Rasierkünste. So müssen sich die jungen Leute einer List bedienen, um schließlich doch zum Ziel zu gelangen.
In weiteren Rollen traten noch auf Elisabeth Hager als redegewandte „Reisende“ in Sachen Düngemittel und Frank Jung als Postbote. Die Laiendarsteller zeigten erstaunliches schauspielerisches Talent und ernteten von den Zuschauern verdienten Applaus. Nach einem weiteren Stück der Tanzlmusi schlüpfte der Trachtenvereinsvorstand Schorsch Nitzinger dann in seine zweite Hauptrolle an diesem Abend und trat als versierter Versteigerer in Aktion. Als „Renner“ erwiesen sich dabei traditionsgemäß echtes Marzoller Bauernbrot und Geräuchertes, aber es wurden auch andre Schmankerl oder brauchbare Dinge, vom Regenschirm bis zur Hausbank, an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht. Ein alter Marzoller Brauch ist es auch, dass Schorsch Nitzinger als Jagdpächter jedes Jahr den legendären „letzten Hasen vom Einser-Grenzstein“ stiftet und ihn gleich selbst versteigert.
Der Erlös aus der Traditionsveranstaltung kommt der Arbeit in den beiden veranstaltenden Vereinen zugute.
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