Trachtenverein GTEV D'Grenzler Marzoll

Trachtenkinder wollen Brauchtum erhalten

Bericht im Reichenhaller Tagblatt am 9.12.2006 

Marzoller „Kletzein“ in der Vorweihnachtszeit unterwegs


Die „Kletzein“ des Trachtenvereins Marzoll, mit Hut und Stecken gut gerüstet für ihre Aufgabe zum Erhalt alten Brauchtums.

Marzoll - Eine große Schar „Kletzein“ traf sich am Donnerstagabend in der Marzoller Trachtenhütte, um von dort in drei Gruppen von Haus zu Haus zu gehen und mit einem Lied um milde Gaben zu bitten. Die Jugendleiter des Trachtenvereins Marzoll haben es sich zur Aufgabe gemacht, den alten Brauch des Kletzei-Gehens an den beiden ersten Donnerstagen im Advent nicht aussterben zu lassen.

Früher waren es die armen Leute, die sich bei den Bauern ein paar getrocknete Zwetschgen, die „Kletzen“, oder andere Schmankerln zu erbettelten, die sonst für sie unerschwinglich waren und mit denen der karge Speisenplan zu Weihnachten etwas aufgebessert werden konnte. Sie dankten den Spendern mit Glück- und Segenswünschen für das Weihnachtsfest und das neue Jahr. Später zogen dann die Kinder durch die Dörfer und heimsten Süßigkeiten ein.

Nach dem Eintritt des Wirtschaftswunders begann der alte „Heischebrauch“ wegen des abhanden gekommenen Sinngehalts zu schwinden und drohte ganz unterzugehen, doch heute erlebt er eine Wiedergeburt durch den Gedanken der sozialen Verantwortung.

Viele Kletzein sammeln Geld für einen guten Zweck, so auch die Marzoller Trachtenkinder. Zwar dürfen sie eine kleine Belohnung selbst behalten, doch der Hauptanteil des Sammelergebnisses kommt der Kinder- und Jugendarbeit im Trachtenverein zugute. Am nächsten Donnerstagabend, 14. Dezember, werden sie noch einmal zum Gang durch die Ortschaften Marzoll, Türk, Weißbach und Schwarzbach aufbrechen.

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